Worauf ist beim CBD-Kauf zu achten?

CBD Einkaufswagen

Cannabidiol mal ausprobieren, das denken sich immer mehr Leute. Weil es sie besser schlafen, denken, wach werden lässt oder weil sie merken, dass sich Beschwerden dadurch lindern, wie Ängste, Nervosität und Lampenfieber. Andere kaufen sich das Öl und versetzen ihre Cremes damit, weil ihre Haut sich besser (weniger trocken, weniger fettig) anfühlt. Immer geht es darum, etwas wieder in die Balance zu bringen.

Alle, deren Beschwerden für ein ärztliches Rezept nicht ausreichen, können auf eigene Faust CBD kaufen, zum Beispiel online. Aber es ist ein bisschen kompliziert. Kann man dem Hersteller vertrauen? Ist der Preis nicht viel zu hoch? Und wie viel Milligramm brauche ich eigentlich?

Pro´s und Contra´s

Konzentration, Gesamtgehalt an CBD sowie die Anteile CBD und CBDA sind angegeben, es liegt ein Beipackzettel und falls nötig auch eine Dosier-/Umrechenhilfe bei.

Konzentration und Gesamtgehalt an CBD sind angegeben

CBD-Pharmaunternehmen (Fachbetrieb)
Gutes CBD bekommt man aus einer guten Produktion durch einen Fachbetrieb. Einige Hersteller vermarkten ihre Produkte auch direkt. Reine Händler sollten zumindest die Quellen sauber nennen. Analysen auf der Website der Händler oder der verlinkten Produzenten sind ebenfalls ein gutes Zeichen.

Nutzhanfverband-Logo
Anbieter, die nicht nur verkaufen, sondern auch in Verbänden wie der European Industrial Hemp Association (EIHA) oder dem Deutschen Hanfverband Mitglied sind, zeigen, dass sie es ernst mit dem Thema meinen und nicht nur Geld verdienen wollen.

Impressum fehlt
Seriöse Firmen vergessen auf ihrer Website nicht das Erstellen eines ordentlichen Im-pressums. Dies gilt insbesondere für deutsche Websites. Das Fehlen eines direkt sichtbaren Impressums ist abmahnfähig.

Bio-Siegel
Das Bio-Siegel sagt zwar nichts über den CBD-Gehalt oder den Preis aus, aber bio bedeutet zusätzliche Kontrollen beim Ausgangsstoff und niedrigere Grenzwerte in Sachen Pestizide etc. Alle Arten von gesundheitsschädlichen Verunreinigungen sind insbesondere bei Konzentraten ein Problem. Mit der Erhöhung des Wirkstoffgehalts steigt auch die Konzentration der Giftstoffe.

Deutsche Domain (.de)
Bezüglich des Online-Verbraucherschutzes ist man bei einem Anbieter mit einer .de-Domain am besten aufgestellt. Ebenso ist der Service besser, wenn der Anbieter eine Filiale in Deutschland hat oder zumindest aus dem deutschsprachigen Raum stammt.

Firmensitz außerhalb der Europäischen Union
Bei allen Anbietern aus der EU hat man ebenfalls mehr Verbraucherrechte. Die neuen Regelungen zum Datenschutz gelten EU-weit. Probleme mit dem Zoll hat man deutlich eher an den EU-Außengrenzen als innerhalb der Zollunion. Vorsicht: Der direkte Nachbar Schweiz ist kein EU-Mitglied.

Beispiel: Ein Tropfen von einem Öl mit 2 % CBD-Anteil entspricht 1 mg. Bei 10 % CBD wären es fünf mg pro Tropfen.

In welcher Form gibt es CBD?

Öl

Dosierung: 1 ml entspricht etwa 20 Tropfen. Der CBD-Gehalt in Milligramm pro Tropfen entspricht der Hälfte der Konzentration in Prozent. Konzentrationen: 2–20 %; je höher die Konzentration, desto schwerer die Dosierung.
Varianten: reines CBD in Pflanzenöl, CBD-reiches Vollextrakt mit weiteren Inhaltsstoffen


Creme

Konzentrationen: 0,2–1 %
Varianten: Salbe (geringer Wasseranteil), Lotion (dünnflüssig), Paste (feine Feststoffe eingearbeitet)
Zur kosmetischen oder dermatologischen Anwendung


Kristall

Konzentrationen: > 99,9 %, mit Terpenen etwas weniger.
Varianten: feines oder grobes Pulver

Zum Dabben. Ein intranasaler Gebrauch ist ebenfalls möglich. Oral sehr schwer dosierbar!


Blüten

! Wichtig !
Ab einem THC-Gehalt von über 0,2 Prozent endet der Spaß. Hier beginnt das Strafrecht!
Ist das Produkt falsch deklariert, kann man dies als Fahrlässigkeit werten. Bei einer unklaren Angabe oder einem Wert, der eindeutig über 0,2 % liegt, dürfte es immer schwieriger werden, den Richter zu überzeugen.



Kapseln

Konzentrationen: 5–10 mg CBD pro Kapsel
Vorsicht: Insbesondere bei explizit rohen, also nicht erhitzten Produkten kann das CBD ganz oder teilweise noch in seiner Säureform, dem CBDA, vorliegen. Wie beim THC muss für eine Umwandlung das CBDA decarboxyliert werden.
CBDA ist noch nicht systematisch erforscht. Aktuell geht man davon aus, dass es eine CBD-ähnliche, wenn auch schwächere Wirkung zeigt.



E-Liquid

Typische Konzentrationen: 5–10 mg pro ml
CBD wird als E-Liquid oder als kompletter CBD-E-Dampfer angeboten. Wie bei E-Dampfern üblich gibt es hier alle denkbaren Gerüche und Geschmäcker.
Die Bezeichnungen von diversen Terpenkombinationen haben leider selten etwas mit den charakteristischen Wirkstoffen der Sorte (Sativa, Indica, Sour Diesel, Pineapple Express etc.), auf die angespielt wird, zu tun.


Welche Nutzungsformen existieren?


Gegengift/
Gegengewicht

Medikamente mit reinem THC (Dronabinol), Nabilon oder stark THC-haltige Blüten und Extrakte erzeugen psychische Nebenwirkungen. Eine zu hohe Dosis kann zu einer rauschhaften Vergiftung führen.
CDB beigemischt oder separat aufgenommen, wirkt dieser THC-Wirkung entgegen. Zusammen mit den Medikamenten eingenommen mindert es eine wichtige Nebenwirkung. Damit ist es bei der medizinischen Nutzung möglich, eine höhere Dosis THC aufzunehmen und eine höhere Wirkung zu erzielen. Bei einem Zuviel an THC kann CBD daher als Gegengift genommen werden.



Freizeit

Die mildeste Form nach der Kosmetik besteht im Gebrauch von CBD zu Genusszwecken. CBD erzeugt keinen Rausch, ist aber schwach und anders psychoaktiv. Ob die Wirkung von CBD als angenehm empfunden wird, hängt wie bei jedem Genuss von Set und Setting ab.
Diese Form der Nutzung könnte man auch als medizinischen Einsatz gegen „Wehwehchen“ ansehen. Damit sind insbesondere die Probleme gemeint, die zwischen „gesund“ im Sinne von „nicht wirklich krank“ und dem Zustand des „chronischen Wohlbefindens“ liegt.


Selbstmedikation

CBD ist kein Wundermittel gegen Krebs. Bei Erkrankungen wie Epilepsie kann es aber schon „Wunder“ bewirken. CBD hat kaum Nebenwirkungen, aber es kann zusammen mit anderen Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen. Hier sind keine fatalen Fälle bekannt. Allerdings musste bei Medikamenten, u. a. einige Antiepileptika oder Benzodiazepine, die Dosis reduziert werden. Daher sollte auch eine CBD-Selbstmedikation parallel zur Einnahme anderer Medikamente mit Arzt oder Apotheker besprochen werden.


MedApoArzt


CBD als Arzneimittel ist verschreibungspflichtig. Jeder Arzt kann CBD auf einem normalen Rezept verschreiben, es ist kein Betäubungsmittelrezept notwendig. Die Standardrezeptur ist hier eine ölige Cannabidiol-Lösung 50 mg/ml NRF 22.10. Es sind jedoch auch andere Konzentrationen oder eine ethanolische Lösung zur Inhalation möglich.
Die Kombination mit Dronabinol ist möglich, allerdings wird dann ein BtM-Rezept notwendig. Ebenfalls verschreiben kann der Arzt CBD-haltige Cannabisblüten sowie Extrakte aus solchen Blüten. Erstattungsfähig sind nur alle Formen von Blüten und Extrakten, nicht jedoch reines CBD in irgendeiner Form.


Dabben

Beim Dabben wird reines CBD an einer heißen Oberfläche verdampft. Der Dampf wird inhaliert. Dabei wird im Vergleich zur oralen Aufnahme die Leber umgangen, die sonst ein Großteil des Wirkstoffs verstoffwechselt.

Diese Aufnahmeform ist besonders schnell und effizient. Daher sollten ungeübte Anwender hier sehr vorsichtig dosieren.


Kosmetik

Es gibt diverse Salben, Cremes und Lotionen, die CBD als Inhaltsstoff enthalten. Für eine medizinische Anwendung bei Hauterkrankungen sollte auf einen ausreichend hohen CBD-Gehalt geachtet werden. Zahlreiche Produkte sind so niedrig dosiert, dass sie nur fürs Aussehen da sind.