„Wir sehen die Zukunft von CBD in der Kosmetik positiv“





EIHA – die European Industrial Hemp Association – wurde im Jahr 2005 gegründet, um die gemeinsamen Interessen der Nutzhanfanbauer sowie der industriellen Verarbeiter von Nutzhanf auf nationaler und europäischer Ebene zu vertreten. EIHA ist der einzige Verband im Sektor der industriellen Hanfnutzung. Seit 2013 unterstützt Daniel Kruse, Vorstandsmitglied der EIHA, die Arbeit des Verbands. Wir haben mit ihm über Neuigkeiten und Zukunfts­chancen im Bereich der Cannabis-Cosmetics gesprochen.

Bitte klären Sie uns doch kurz über den Unterschied von CosIng und Novel Food auf?

Novel Food tritt als Begriff im Zusammenhang mit der Lancierung der ersten synthetischen Lebensmittel bzw. von genetisch verändertem Pflanzenmaterial auf. Um die europäische Bevölkerung vor unsicheren Lebensmitteln zu schützen, wurde die Novel-Food-Verordnung erlassen. Diese besagt, dass bereits bekannte modifizierte Lebensmittel / Nahrungsergänzungsmittel ohne Probleme weiter hergestellt und konsumiert werden können, während Neuentwicklungen sich erst einer Prüfung unterziehen müssen. In diesem Zusammenhang kritisieren wir als Verband die Einstufung von Hanf, ist dieser in seiner Zusammensetzung doch schon lange bekannt bzw. so auf dem Markt, auch wenn nicht so medienpräsent wie heute. CosIng (COSmetics INGredients) hingegen ist eine frei zugängliche Datenbank von Inhaltsstoffen, die Bestandteile von Kosmetika sind. In ihr findet man die Informationen, ob und wie ein Stoff auf EU-Ebene reglementiert ist.

Gibt es im Bereich CosIng auch neue Regelungen und wie wirken sich diese aus?

Ja, die gibt es, und zwar sind sie brandaktuell. In dem neuen Entwurf zur Hanfregelung der EU-Kommission vom 18.02.2019 wird folgendes konkretisiert: Synthetisches Cannabidiol ist erlaubt, während Hanf-Extrakte und aus Pflanzen extrahiertes Canna­ bidiol nicht eingesetzt werden dürfen. Ein Punkt, den wir als Europäischer Industriehanf-Verband zusammen mit dem Naturkosmetikverband ICADA vehement ablehnen. So ist es doch erstens nahezu unmöglich, in der Endrezeptur zwischen natür­lichem und synthetisch hergestelltem CBD zu unter­scheiden, und zweitens dürfen andere pflanzliche Extrakte auch frei in Kosmetik eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt der Verband bzw. mit welchen Maßnahmen unterstützt er seine Mitglieder?

In den nächsten Wochen werden wir Material zum Thema aufbereiten, um dieses dann der Arbeitsgruppe in Brüssel zur Verfügung zu stellen. Unsere Position und die des Naturkosmetikverbands sind klar: keine Einschränkung bei der Verwendung von Hanf-Extrakten und natürlichem CBD in Kosmetika gegenüber synthetischem. Wir unterstützen unsere Mitglieder, indem wir sie über alles informieren und Aufklärungsarbeit leisten. Zudem stellen wir unseren Mitgliedern rechtlichen Beistand zur Seite, welcher in diesen Fällen Stellungnahmen aufsetzt.

Welche Zukunft sieht der Verband für den Wirkstoff CBD in Kosmetik?

Wir sehen die Zukunft von CBD in Kosmetik sehr positiv. Es ist ein Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Dank Internet ist ein Informationsfluss gegeben, welcher den Nutzen von Hanf und CBD weltweit aufzeigt. Die Verbraucher sind zu jeder Zeit aufgeklärt. Zudem wird die große Nachfrage nach diesen Produkten von der Industrie durch ein stetig wachsendes Angebot befriedigt.