PROTEINKÖNIGIN

Hanf ist nicht nur für Veganer ein Segen, denn er vereint hochwertige Proteine, Omega-Fettsäuren, Mineralien und Spurenelemente. Darum sollten bei Hanfsamen, -milch und -öl alle genau hinhören.

Inzwischen gibt es kaum ein Reformhaus, in dem nicht Hanf in allen erdenklichen Formen angeboten wird. Klassische Hanfsamen, Hanfproteinpulver, Hanföl, Hanfmilch und Hanfmehl lassen sich problemlos finden. Manch ein Produzent von veganen Lebensmitteln hat sich sogar komplett dem Hanf verschrieben und sogar Streichcremes und Pestos auf Hanfbasis im Angebot.

BESONDERHEITEN EINER VEGANEN LEBENSWEISE

Rund 900.000 Menschen in Deutschland leben vegan. Als Gründe geben sie meistens gesundheitliche oder ethische an. Studien bestätigen, dass vegane Ernährung das Risiko vieler Erkrankungen senkt. Aber man kann auch Veganer sein und trotzdem ziemlich ungesund leben – einseitige Ernährung und Convenienceprodukte gibt es auch auf diesem Feld. Fertiglasagne, ob vegan oder nicht, ist auf Dauer keine gesunde Lösung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fasste 2016 in einem Positionspapier die Chancen und Risiken einer veganen Ernährung zusammen.

Demnach müssen Veganer auf folgende Nährstoffe achten: Protein, Langkettige n-3-Fettsäuren, Vitamin D, Riboflavin (Vitamin B2), Vitamin B12, Calcium, Eisen, Jod, Zink und Selen. Wer sich als Veganer ausgewogen und bunt ernährt, dürfte keinen Mangel an diesen Stoffen aufweisen. Der einzig unstrittig kritische Stoff ist das Vitamin B12, das in Form von Nahrungsergänzung aufgenommen werden sollte. Vitamin B12 wird ausschließlich von Mikroorganismen auf Pflanzen gebildet. Durch die heutigen Hygienestandards in der Lebensmittelindustrie weist pflanzliche Kost meist keine nennenswerten Mengen an Vitamin B12 mehr auf. Aber auch fleischliche Kost enthält nicht immer von Natur aus große Mengen an Vitamin B12: Hier wird das Futter der Tiere mit hochdosierten Vitaminpräparaten angereichert. So kann man es auch als Veganer halten und sich den B12-Bedarf über eine Vitamintablette oder angereicherte Produkte zuführen. Alle genannten Mangelstoffe werden auch bei nicht-veganen Menschen in Deutschland oft zu wenig aufgenommen – das gilt besonders für Schwangere, ältere Menschen und Heranwachsende.

HANF ALS HELFER

Hanf bietet in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für den Speiseplan und kann helfen, Defizite effektiv auszugleichen. Besonders Sportler und vegan oder vegetarisch lebende Menschen können vom Hanfverzehr profitieren.
Lange Zeit galten Fleisch- und Milchprodukte als die üppigsten Vitamin-B2-Lieferanten. In Hanf ist aber deutlich mehr Vitamin B2 als in sämtlichen Produkten tierischen Ursprungs enthalten – der Verzehr von Leber ausgenommen.

Mit seinen zehn essentiellen Aminosäuren ist die mögliche Bandbreite an Aminosäuren im Hanf komplett, was ihn somit zur besten Proteinquelle des Planeten macht. In nur einer Handvoll Hanfsamen stecken genügend essentielle Fettsäuren und Proteine, um den Tagesbedarf eines Erwachsenen zu decken. Das Hanfprotein zeichnet sich durch seine hohe Bioverfügbarkeit und optimales Aminosäureprofil aus, was es für den menschlichen Körper gut verwertbar und verträglich macht. Nicht zu Unrecht wird Hanf als Königin der pflanzlichen Proteine bezeichnet. Darüber hinaus liefern Hanfnüsschen (Samen) viele Antioxidantien sowie Vitamin E und diverse B-Vitamine. Diese Inhaltsstoffe helfen dabei, Muskeln aufzubauen und zu regenerieren und Fettpölsterchen abzubauen. Sie stärken das Herzkreislauf- und das Immunsystem und mindern das Auftreten von Entzündungskrankheiten. Die großen Mengen an Omega-3 sind wichtig für Herz und Haut und darüber hinaus hilft die im Hanf vorkommende Gamma-Linolsäure dabei, den Hormonhaushalt zu regulieren.

DIE GÄNGIGSTEN VEGANEN HANFPRODUKTE UND WIE SIE SICH IN DER KÜCHE EINSETZEN LASSEN.

Diese ist in anderen Lebensmitteln nur rar zu finden. Hanf ist besonders gut verdaulich und näher am basischen Ende der pH-Skala angesiedelt als fast jede andere feste Eiweißquelle. Wenn Hanf roh in Lebensmitteln verarbeitet wird, bleiben außerdem die natürlich hohen Anteile an Vitaminen, Mineralien, ausgeglichenen Fetten, Antioxidantien, Ballaststoffen und Chlorophyll erhalten.

Hanfsamen: Der Geschmack von Hanfsamen ist vergleichbar mit dem von Sonnenblumenkernen. Sie können deshalb wunderbar als nussige Zugabe in Rezepten verwendet werden, zum Beispiel zum Toppen und Aufwerten von Salaten. Geröstete Hanfsamen haben einen noch nussigeren Geschmack, der an den von Mandeln erinnert.

Hanfproteinpulver und Hanfmehl sind eher erdig, manchmal leicht grasig im Geschmack, da meist die überaus gesunde Schale mit gemahlen wird. Geschrotete Hanfsamen können wunderbar ins morgendliche Müsli oder in Brotbackmischungen gegeben werden. Im Handel gibt es außerdem eine Reihe an fertigen Hanfproteinpulvern in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die zu Drinks und Shakes verarbeitet werden können (zum Beispiel direkt vermengt mit Hanfmilch). Gerade für Sportler und Veganer ist dies ein bequemer Weg, auf schmackhafte Art und Weise ihren Proteinbedarf zu decken, ohne sich beschwert zu fühlen.

Hanföl ist cholesterinfrei und unterstützt den gesunden Zellstoffwechsel und das Immunsystem. Es handelt sich um ein reichhaltiges, nussiges Gourmet-Öl, ideal für Rezepte, bei denen nur schwaches Erhitzen nötig ist. Speisehanföl ist für die vollwertige kalte Küche ein großer Gewinn und passt super zu Salaten, Marinaden und Aufstrichen. Für starkes Erhitzen (Braten, Frittieren) ist es allerdings nicht geeignet.

Hanfmilch stellt besonders für Veganer, aber auch für andere Ernährungsformen und Lactose-Intolerante, eine gute Alternative zu Kuhmilch dar. Sie hat ebenfalls ein nussiges Aroma und passt hervorragend zu Frühstücksflocken und Müslis und zu Kaffee oder Tee. Zum Kochen und Backen lässt sie sich ebenfalls gut einsetzen, aber auch pur ist sie ein Genuss. Hanfmilch hat einen hohen Anteil an essentiellen ungesättigten Fettsäuren, darunter auch die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Bereits zwei Gläser der Hanfmilch versorgen den Körper mit der empfohlenen Tagesdosis an Omega-3-Fettsäuren. Sie hat darüber hinaus einen geringen Gehalt an dickmachenden, gesättigten Fettsäuren und ist dabei völlig frei von Cholesterin und Gluten.