Lappen weg wegen CBD?

CBD-Produkte und das Problem mit dem Autofahren

CBD-­Produkte werden als Ge­sundheits­ und Lifestyleartikel immer beliebter. Gleichzeitig ist bekannt, dass Cannabis­konsumenten ohne ärztliches Rezept der Führerscheinent­zug droht. Einige CBD­-Nutzer machen sich daher Sorgen, ihnen könnte das Gleiche dro­hen. Zu Recht?

Seit einigen Jahren tritt CBD (Cannabidiol) in seinen diversen Erscheinungsformen einen regelrechten Siegeszug als Nahrungsergänzungs-, Gesundheits- und Lifestyleprodukt an. Ob Oma Frieda, die jeden Abend drei Tropfen CBD-Öl unter die Zunge tröpfelt und seitdem endlich wieder schlafen kann, oder Dennis, der 23-jährige Hipster, der sich die vermeintlich legalen Blüten in die vegane Tüte dreht, um zwar „auch mal einen zu kiffen“, aber „ohne das lästige High im Kopf“, beide haben eines gemeinsam: Sie sind Teil des Hypes um CBD. Das Cannabinoid ist zum Lifestyle geworden, perfekt optimiert und an unsere heutige Zeit angepasst: entspannend, rauschfrei und meist legal.

Zielgruppe: jedermann. Kein Wunder, dass das Geschäft boomt. Doch wie verhält es sich mit dem Konsum von CBD-Produkten und dem Führen eines Fahrzeugs? Schließlich wird CBD aus Cannabis hergestellt und bei Cannabis im Straßenverkehr verstehen unsere Ordnungshüter keinen Spaß. Muss man also nach dem Konsum von CBD Probleme bei einem Drogentest oder gar den Entzug des Führerscheins befürchten? Wie bei allen rechtlichen Fragen in Bezug auf Cannabis gibt es auch hier leider keine kurze und einfache Antwort. Der Gesetzgeber hat das Fahren unter der Wirkung von berauschenden Mitteln unter Strafe gestellt. In Deutschland gilt in Bezug auf THC zum Beispiel ein Grenzwert von 1,0 ng/ml im Blut. Österreich und die Schweiz haben wiederum eigene Grenzwerte. Von CBD-Konsum ist hierzu im Gesetzestext zunächst mal nichts zu lesen.

Wichtig zu wissen: CBD ist nicht gleich CBD

Hier gibt es zwei Kategorien: Zum einen sind Produkte (Öle, Kapseln, Kaugummis usw.) auf dem Markt, die aus einem sogenannten „CBD-Isolat“ hergestellt werden. Bei dieser Prozedur wird das Cannabidiol in Reinform aus der Hanfpflanze isoliert und das Endprodukt enthält ausschließlich CBD und kein THC. Auf der anderen Seite gibt es die sogenannten Vollspektrumprodukte. Hierfür werden alle Inhaltsstoffe der Hanfpflanze extrahiert: Sämtliche Cannabinoide, Terpene, einige Vitamine usw. Dies führt dazu, dass das Endprodukt auch eine gewisse Restmenge an THC enthält. In Deutschland dürfen solche Produkte einen Grenzwert von 0,2 Prozent THC nicht überschreiten.

Probleme beim Drogenschnelltest

Ist man nun z. B. aus medizinischen Gründen darauf angewiesen, täglich größere Mengen eines Vollspektrumprodukts zu sich zu nehmen, kann das hierbei mit aufgenommene THC durchaus zu Problemen bei einem Drogenschnelltest führen. Kommen Polizeibeamten bei einer Verkehrskontrolle Zweifel über die Fahrtüchtigkeit des Fahrers auf, wird dieser häufig zu einem Urintest (Drogenschnelltest) aufgefordert. Diese Tests reagieren auf sogenannte THC-Metaboliten, das sind Stoffwechselprodukte des Körpers, die beim Abbau von THC entstehen. Im Fall von Cannabis heißt dieser Metabolit THC-COOH. Die Tests weisen im Allgemeinen eine sehr geringe Kreuz-Reaktivität mit anderen Cannabinoiden auf. Ein Produkt, das ausschließlich reines Cannabidiol enthält, macht hier also keine Probleme. Konsumiert man allerdings täglich größere Mengen eines Vollspektrumproduktes mit einem gewissen THC-Anteil, kann es durchaus passieren, dass ein solcher Test hier anschlägt, auch wenn die Fahrtüchtigkeit dadurch in keiner Weise beeinträchtigt wurde.

Bluttest gibt Sicherheit

Ein Urintest liefert den Beamten allerdings lediglich einen ersten Hinweis und ist juristisch nicht weiterführend verwertbar. Daher wird der Fahrer im Zweifelsfall zu einem Bluttest gebeten. Der liefert ein genaues Bild davon, ob aktives THC im Blut vorhanden ist oder nicht. Spätestens hier sollte sich dann der Verdacht des Führens eines Fahrzeugs unter berauschenden Mitteln zerstreuen. Bis jetzt gab es nach unseren Recherchen noch keinen Fall, bei dem jemand wegen der regelmäßigen Einnahme von Cannabidiol seinen Führerschein verloren hat. Trotzdem sollte man sich im Vorfeld genau über die Inhaltsstoffe und den Reinheitsgrad seines Produkts informieren. Vertrauenswürdige Händler listen alle Inhaltsstoffe ihrer Produkte auf und bieten eine telefonische Servicehotline für die Rückfragen ihrer Kunden an. So bleibt man auf der sicheren Seite und hat auch mit CBD eine entspannte Fahrt.