Ab ins Bad – Die Möglichkeiten von CBD-Kosmetik

Cannabisextrakte finden immer mehr Beachtung – auch in Deutschland. Das betrifft nicht nur die Medizin, sondern ebenso die Kosmetik. Allen voran ist das Cannabidiol, kurz CBD, denn es wirkt entzündungshemmend, beruhigt die Haut und lindert manche Erkrankungen.

Hanfsamenöl und CBD-Öl sind nicht das Gleiche

Wer Hanfprodukte verwenden möchte, dem steht eine große Auswahl zur Verfügung, die legal zu kaufen ist. Das liegt daran, dass der THC-Gehalt kaum bis gar nicht vorhanden ist. Allerdings gibt es verschiedene Hanfprodukte, die nicht die gleichen Wirkungen erzielen.

Hanfsamenöl (bzw. Hanföl) wird aus der Pressung der Samen gewonnen, Cannabisöl aus gepressten Blüten. Es handelt sich zwar um die gleiche Pflanze – meist Cannabis sativa –, aber die Samen enthalten, wenn nicht über Spuren durch Verunreinigung, kein THC oder CBD. Die wirkstoffreichen Harze entwickeln sich ausschließlich auf der Blüte. Daher sind CBD-Öl und Hanfsamenöl, die beide in Lotionen und Salben verwendet werden, zu unterscheiden.

Hanfsamenöl verfügt zwar über verschiedene positive Eigenschaften, allerdings ist es kein medizinisches Produkt. Es ist unter anderem reich an Vitamin C und A, Beta Carotin, Omega-6-Fettsäuren, Phosphor, Calcium, Magnesium und Gamma-Linolensäure. Hanfsamenöl beruhigt sowie pflegt die Haut und gilt als natürliche Anti-Aging-Waffe.

So wirkt CBD als Kosmetikprodukt

Die aktiven chemischen Verbindungen der Hanfblüte, die Cannabinoide, haben im Vergleich zu Hanfsamenöl ein zusätzliches medizinisch relevantes Potenzial, das immer häufiger in der Kosmetik genutzt wird. CBD kann das Gleichgewicht des Körpers beeinflussen und antimikrobiell wirken. Einige Studien belegen die Wirksamkeit zum Beispiel bei Schmerzen und verschiedenen Hautkrankheiten.

CBD wird häufig bei Problemhaut angewendet. In Amerika gab es bereits einige Studien, die sich mit der Wirkung von CBD sowohl bei der inneren als auch der äußeren Anwendung beschäftigten. So fanden Forscher beispielsweise heraus, dass CBD die Talgproduktion drosseln kann. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht und zeigen, dass CBD bei Akne hilfreich sein kann. Schließlich ist Akne eine Entzündungskrankheit und CBD wirkt antibakteriell sowie entzündungshemmend. Auch bei Neurodermitis sowie Schuppenflechte wird CBD-Öl häufig angewendet und es verspricht eine Linderung der Symptome.

Für die Behandlung von Hautkrankheiten gibt es Pasten mit einem hohen CBD-Gehalt. Diese sind oft sehr fetthaltig und intensiv „hanftypisch“ riechend. Inzwischen stellen verschiedene Hersteller aber auch Cremes, Lotionen und Öle her, denen ein geringer CBD-Anteil beigegeben wird.

Cannabioderm ist ein junges Start-up, das CBD aus der Fettecke herausholen will. Die leichteren Texturen werden im Schwarzwald per Hand angerührt und in verschiedenen Stärken angeboten – zur Pflege entzündeter und normaler Haut. Zurzeit wird sogar an einer Zahnpasta getüftelt, die besonders entzündungshemmende Eigenschaften verspricht.

CBD ist für die tägliche Pflege geeignet

Pflegeprodukte mit CBD eignen sich jedoch nicht nur bei Entzündungskrankheiten, sondern genauso für alle anderen Hauttypen – von normal über spröde und trocken bis fettig. CBD versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und wirkt jeweils ausgleichend. Die Cremes und Lotionen unterstützen also den natürlichen Schutzmantel. Außerdem beruhigt CBD empfindliche Haut und lässt Pickel sowie kleine Wunden schneller heilen. Zwar haben Studien gezeigt, dass CBD schmerzlindernd wirkt, bei Pflege produkten zur äußeren Anwendung gilt das aber nur für oberflächliche Schmerzen. Durch das Eincremen gelangt das CBD nicht soweit in den Organismus, dass eine Verbesserung von innerlichen Problemen eintreten könnte.

Die in dem Cannabisextrakt enthaltenen Antioxidanzien können zusätzlich frühzeitige Anzeichen der Hautalterung minimieren. Also muss nicht unbedingt eine Krankheit vorliegen, um CBD-Pflegeprodukte wirkungsvoll zu nutzen. Schließlich eignen sie sich für alle Hauttypen und für die tägliche Pflege.

Es gibt auch spezielle CBD-Öle, die für Massagen bestimmt sind. Sie dienen dazu, verhärtete Muskeln zu entspannen. Genauso produzieren manche Hersteller Cremes und Salben, die die Heilung sowie Pflege von frischen Tätowierungen fördern sollen. In Sachen Sonnenschutz ist CBD inzwischen ebenfalls im Gespräch. Das gilt genauso für Hanfsamenöl, das auf natürliche Art und Weise die Haut vor UVStrahlung schützt. Allerdings ist beides für intensives Sonnenbaden ungeeignet.

Das ist beim Kauf von CBD-Produkten zu beachten

Als Arzneimittel – also in seiner Reinform – ist CBD rezeptpflichtig und muss vom Arzt verschrieben werden. Für Kosmetikprodukte gilt das nicht. Zwar hat das Cannabinoid CBD im Gegensatz zu THC keine psychoaktive Wirkung, trotzdem gibt es einiges zu beachten, bevor CBD-haltige Cremes, Öle und Lotionen gekauft werden.

Es sind Produkte auf dem Markt, deren THC Anteil zu hoch ist.

THC ist zu einem geringfügigen Anteil kaum zu vermeiden. Unter 0,2 Prozent sind juristisch erlaubt – in dem Bereich sind keine halluzinatorischen, psychedelischen oder stimmungs aufhellenden Wirkungen zu erwarten – langfristig angewendet, ist es aber auch auf diesem Level nicht auszuschließen.

Eine genaue Prüfung der Zusammensetzung von CBD-Kosmetik ist zu empfehlen. So ist THC dem CBD nur schwer zu entziehen und es sind durchaus Produkte auf dem Markt, deren THC-Gehalt höher ist als erlaubt.

Die zusätzlichen Inhaltsstoffe sollten ebenfalls Beachtung finden. Es ist wichtig, dass diese hautverträglich sind, denn sonst können unliebsame Folgen und allergische Reaktionen auftreten. In der Regel sind die Inhaltsstoffe allerdings geprüft, da die CBD-Produkte teils medizinisch verwendet werden. Außerdem sollten die Stoffe pflanzlich und pH-neutral sein. Letzteres gilt insbesondere, wenn CBD bei Hautkrankheiten eingesetzt wird. Dabei bewähren sich meist besonders CBD-Pasten, da der CBD-Gehalt darin höher ist als in Cremes und Lotionen. Hier sollte der Arzt über den Einsatz aufgeklärt werden, um Verbesserungen und Verschlechterungen besser dokumentieren zu können – außerdem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

CBD-Öl wird aus der Blüte gepresst, Hanföl aus den Samen.

Auch bei allen kleineren Alltagshautproblemchen wie fettiger und trockener Haut, Falten und kleineren Narben könnte Cannabidiol-Creme zum besten helfenden Freund im Badezimmer werden.